Tochterunternehmen steigt ins Geschäft mit Sonnenbatterien ein

Sonnenbatterie Center Bayern Mitte GmbH vertreibt Speichersysteme "Made im Allgäu"

(von Harry Bruckmeier, Hallertauer Zeitung vom 23. April 2013) Heerscharen von Forschern und Ingenieuren tüfteln weltweit an dem Problem, wie die Energie von Sonne und Wind gespeichert werden kann. Einen Schritt voraus ist hier die Bachner-Gupppe. Ihre unter dem Dach der Tochterfirma Volthaus neu gegründete Sonnenbatterie Center Bayern Mitte GmbH präsentierte jetzt mit ihrem Partner, der Prosol Invest Deutschland GmbH mit Sitz in Wildpoldsried im Allgäu, eine Sonnenbatterie, die nach Angaben des Herstellers ein voll funktionsfähiger Stromspeicher ist.

Während das einstige Vorzeigeunternehmen der Solarbranche, die Bonner Solarworld AG, dem Abgrund entgegentaumelt, zündet die Bachner-Gruppe die nächste Rakete auf dem Sektor der erneuerbaren Energieträger. Seit zehn Jahren setzt das Traditionsunternehmen in Sachen Energietechnik mit seiner Tochter "Volthaus" Zeichen auf dem Gebiet der Photovoltaik.

"Wir sind der festen Überzeugung, die Energiewende kann nur gelingen, wenn Energie in Zukunft dezentral erzeugt wird", erläuterte Firmenchef Hans Bachner am Freitag die Philosophie seines Unternehmens vor zahlreichen Gästen bei der Vorstellung der neuen Sonnenbatterie. "Wir brauchen keine Stromautobahnen von der Nordsee nach Bayern, sondern technisch ausgereifte Energiesysteme", so die Überzeugung des mittelständischen Unternehmers.


Beim neuen Partner, der Prosol Invest Deutschland GmbH, sieht man das offensichtlich nicht anders. "Unser Ziel ist es, den einzelnen Haushalt autark zu machen. So kann jeder sein eigener Energieversorger werden und der Strompreisspirale entkommen", sagte Prosol-Chef Christoph Ostermann bei der Produktvorstellung im "Volthaus". In einem ist sich der Allgäuer Geschäftsmann sicher: "Die Speichertechnologie wird die Schlüsseltechnologie beim Gelingen der Energiewende sein." Mit der ab 2008 entwickelten und seit 2010 marktreifen Sonnenbatterie glaubt man bei Prosol auf dem richtigen Weg zu sein.

Daher sei es auch nur folgerichtig, sich mit dem Allgäuer Unternehmen zusammengetan zu haben, meinte Volthaus-Geschäftsführer Thomas Üffink. Zwar herrschte an diesem regnerischen Freitagvormittag alles andere als "Solarwetter", der Vortag brach nach den Worten Üffinks allerdings einmal mehr alle Rekorde. An diesem ersten herrlichen Frühlingstag des Jahres wurde laut Zahlen der Leipziger Strombörse EEX, die er zitierte, so viel Sonnenstrom wie niemals zuvor produziert. Die Leistung von 35900 Megawatt entspricht der von 26 Atomkraftwerken. Damit lag die Ökostromproduktion über mehrere Stunden höher als die Erzeugung in allen Kohle- und Atomkraftwerken zusammen.

Das alles soll nicht ungenutzt verpuffen. Nun herrscht aber nicht immer "Kaiserwetter". Es gibt Tage, da weht kein Lüftchen, und in der Nacht scheint nun einmal die Sonne nicht. Zumindest für den Solarstrom habe man nun eine echte, praxistaugliche Speichermöglichkeit, sagte Üffink und präsentierte zusammen mit Hans Bachner und Christoph Ostermann die Sonnenbatterie. Basierend auf intelligenten Speichersystemen auf Lithium-Basis - alles made in Germany, wie Christoph Ostermann betonte - fließt der eigene Sonnenstrom des Tages vom Dach in den Speicher im eigenen Heizungskeller. Der Effekt: eine Einsparung von bis zu 75 Prozent der Stromkosten.

Familie Deuschle aus Wolnzach kann diese Herstellerangaben nur bestätigen. In ihrem Keller steht seit kurzem neben dem Zählerschrank und den Wechselrichtern der Neun-kW-Photovoltaikanlage eine Sonnenbatterie mit einer Speicherkapazität von 10,2 Kilowattstunden.

Damit stemmt die fünfköpfige Familie einen Großteil des benötigten eigenen Stromverbrauchs allein durch die Kraft der Sonne. "Momentan schaffen wir es, 71 Prozent unseres Stromverbrauchs ohne den Netzbetreiber zu erzeugen. Somit stehen auf unserer Stromrechnung nur noch 29 Prozent der Summe, die wir zuvor einmal bezahlt haben", freut sich Elisabeth Deuschles. Und auch bei einem Stromausfall sind die Deuschles im wahrsten Sinne des Wortes auf der Sonnenseite, denn die Anlage läuft weiter und speist Strom für alle Haushaltsgeräte ein.

Und wie steht es um den Preis? Die Prosol-Sonnenbatterie, die Bachner nun in fast ganz Süddeutschland exklusiv vertreibt, gibt es je nach Leistungsstärke für den einzelnen Haushalt ab 10000 Euro bis zu XL- und XXL-Varianten für Kleinbetrieben, die dann bis zu knapp 50000 Euro kosten. Natürlich winken bei einer solchen Investition in die Umwelt auch lukrative staatliche Förderungen.

Der Speicherschrank für den Otto-Normal-Verbraucher ist 1,30 Meter hoch, 60 Zentimeter breit und 40 Zentimeter tief, passt damit in jeden Heizungskeller und ist an einem Tag fertig installiert und betriebsbereit angeschlossen. Scheint am nächsten Tag also die Sonne, spart sich der neue Besitzer auch schon bares Geld. Denn, wie sagt der frühere Fernsehjournalist und Solarstrompionier Franz Alt immer so schön: "Die Sonne schickt keine Rechnung!"

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